Langes, splissgefährdetes Haar

Langes Haar ist mein Kleinmädchentraum!

Ich tue (fast) alles für meine Haare, kure sie, habe Spezialhaarbürsten erstanden, damit sie glänzen, tränke sie in Olivenöl, trockne sie nur an der Luft, nicht in der heißen Föhnwärme – und trotzdem! Ich habe Spliss. Haarspliss, das sind diese feinen, aufgespaltenen Spitzen, die sich immer weiter hochzwirbeln, wenn sie nicht rechtzeitig abgeschnitten werden, und schließlich die ganzen Haarlängen zerstören.

Was aber hilft wirklich dagegen? Hier sind meine ultimativen Methoden!

1) Schere

Ich fürchte sie auch, die Schere, und obwohl ich eine sehr nette Friseurin gefunden habe, muss ich mich jedesmal überwinden, zu ihr zu gehen, als ob ich einen Termin beim Zahnarzt hätte. Überhaupt gehe ich nur alle 4-6 Monate, ich züchte ja schließlich einen langen Pferdeschwanz. Aber ab und zu hilft alles nichts, die Spitzen müssen nachgeschnitten werden! Sonst sehen sie irgendwann ausgezuppelt aus, die Frisur hat keinen Sitz und keinen Halt mehr, und besser sieht frau mit langen, kaputten Haaren doch auch nicht aus als mit einer witzigen Kurzhaarfrisur – also, so schade es auch jedesmal ist, wieder einige Zentimeter im Friseursalon zu lassen, es muss einfach sein!

2) Olivenöl – Haarkur 

Ich habe es oben schon erwähnt, und ich finde tatsächlich, dass es hilft! Für eine Kur erwärme ich etwa eine Tasse Olivenöl – und es muss hier nicht das allerteuerste kaltgepresste sein – im Topf auf etwa 37-40 °C, gebe etwas Eigelb und einen großen Teelöffel Honig dazu, gebe das ganze in die gesamten Haarlängen, setze mir einen Folienhut auf (Friseurbedarf; zur Not geht auch eine Improvisation aus Frischhaltefolie) und binde mir ein dickes, warmes Duschhandtuch um den Kopf. Je länger die Masse einwirkt, desto besser für die Haare – im Idealfall über Nacht. Das geht aber nur, wenn am nächsten Morgen genug Zeit zur Verfügung steht, um die Haare gründlich, eventuell auch mehrmals, zu waschen. Ansonsten würde ich auf jeden Fall eine Einwirkzeit von etwa 2-3 Stunden empfehlen. Keine Angst, Ihr müsst das nicht jede Woche machen, aber wenn die Haare besonders strapaziert sind, z.B. nach einem Sommerurlaub am Meer, in dem Sonneneinstrahlung und Salzwasser die Haarstruktur angegriffen haben, würde ich Euch dringend dazu raten!

Je nach persönlichem Geschmack können auch noch Geruchsstoffe, etwa Rosenöl oder zarte Parfumöle mit hineingegeben werden. Als ganz einfache Variante könnt Ihr Euch auch nur Olivenöl ins Haar kneten, ich empfinde aber schon einen unterschied, wenn ich noch Eigelb und Honig mit dazugebe, die Haare wirken seidiger und glänzender.

Noch eine Anmerkung – ich habe auf einigen Seiten gelesen, dass vile kleinere mengen empfohlen werden, etwa nur 1-2 Esslösseö Öl, ein kleines Eigelb und ein teelöffel Honig. Ich komme mit dieser Menge bei weitem nicht hin, und so stark, wie meine Haare die Ölmasse aufsaugen, kann ich auch locker eine halbe Flasche Öl in meinen Zopf “einbauen”! Dass ich sie dann am Ende der Einwirkzeit wirklich einige Male waschen muss, um das Öl wieder hinauszubekommen, ist eine ganz andere Frage ;)

3) Splissschnitt

Und noch einmal rate ich zur Schere, diesmal aber zu einer ganz besonderen: Der Effilierschere. Zum einen könnt Ihr damit stärkere Partien oder auch den Pony modellieren und ausdünnen, sie eignet sich aber auch dazu, besonders von Haarspliss betroffene Partien zu “verschönern”. das Prinzip ist denkbar einfach, die Effilierschere hat keine gerade Schneide, sondern eine gezackte, die jeweils nur wenige nebeneinander liegende Haare erfasst. Auf diese Weise sieht man keine “Schnittfläche”, auch wenn man einfach in die Strähne hineinschneidet. Ich habe mir eine gekauft und finde sie super! Es gibt sie mittlerweile auch in jeder Drogerie, Ihr müsst also nicht extra eine spezielle Marke beim Friseur kaufen.

Effilierschere

4) Klettwurzelöl

Bewährt hat sich auch eine Kur mit Klettwurzelöl, dass Ihr in der Apotheke bekommt. Dieses solltet ihr auf jeden Fall über Nacht einwirken lassen, es empfiehlt sich daher, den Bettbezug gut zu schützen. Ein dickes Handtuch erfüllt in der regel diesen Zweck. Am Morgen danach müsst Ihr die Haare mindestens zweimal mit einem milden Shampoo auswaschen. Ich persönlich schwöre eher auf Olivenöl, aber Eure Erfahrungen würden mich auf jeden Fall interessieren. Schreibt mir doch, wie es Euch damit ergangen ist!

5) Waschen: Häufigkeit

Ich empfehle, immer ein mildes Shampoo zu benutzen und die Haare nur dann zu waschen, wenn der Ansatz nachfettet – bei überschulterlangem Haar ist es sowieso immer ein größerer Aufwand! ;) Eigentlich reicht es auch, die Haare nur alle 2-3 tage zu waschen, ich hoffe, dass mich jetzt hier keiner steinigt ;) – das gilt natürlich nicht, wenn Ihr Sport treibt oder es über 30 ° C sind, aber dass wisst Ihr wirklich selbst!

6) Waschen: Shampoo

Mittlerweile gibt es im Handel speziell auf die Bedürfnisse von langem, splissgefährdetem haar abgestimmte Shampoos. Diese sollten besonders mild sein, einen Conditioner und Repairsubstanzen enthalten. Darunter sind Fettstoffe zu verstehen, die sich in die Schuppenschicht setzen, sie schützen und glätten. Nach der Haarwäsche empfiehlt es sich, immer eine Spülung für angegriffenes Haar einzuarbeiten. Diese sorgt dafür, dass das Haar kämmbar ist und beim Durchkämmen keine zusätzlichen Haare ausgerissen oder beschädigt werden. Etwa alle 4 Haarwäschen solltet Ihr zusätzlich eine Haarkur verwenden.

7) Trocknen

Am schonendsten ist es immer, die Haare lufttrocknen zu lassen. dass dies nicht immer geht, weil wir Termine einhalten müssen, nicht immer mit nassen haaren ins Bett gehen wollen oder einfach keine Lust haben, das neue Sofa vollzutropfen, ist klar. Aber auch wenn man sich dafür entscheidet, den Fön zum Haaretrocken zu benutzen, kann man seine Haare schonen.

Schon bei der Auswahl des Föns könnt Ihr etwas für Eure Haare tun. Ich würde immer einen Fön mit Ionen-Technologie nehmen, der schon beim Föhnen die statische Aufladung der Haare verhindert. So braucht Ihr beim Anschließenden Durchkämmen weniger an den Haaren zu “reißen”.

Zu heiße Fönluft trocknet die Haare aus und macht sie brüchig. Deswegen versucht, wenn möglich immer eine kalte Einstellung zu wählen und auf möglichst niedriger Stufe zu föhnen. Nichts sieht schlimmer aus als trockenes Stroh auf dem Kopf!

So, ich hoffe, ich konnte Euch ein paar nützliche Tips geben, schreibt mir doch, wenn Ihr noch “Geheimtips” habt!